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Endbericht des Modellvorhabens Selbstständige Schule 2002 - 2008

1.    Schwerpunkte, Verlauf und Ergebnisse der schulischen Entwicklungsarbeit

1.1    Inhaltliche Schwerpunkte

  • Unterrichtsentwicklung
  • schulinternes Management und Personalentwicklung
    (Dienstvorgesetzteneigenschaften – SchulleiterIn – Schulleitung – Steuergruppen – Lehrerrat)
  • Die Übernahme der obligatorischen Dienstvorgesetzteneigenschaften des Schulleiters ist mit Dienstantritt am 13.12.2005 erfolgt. 
  • Das Prinzip der Zusammensetzung der Steuergruppe ist die Widerspiegelung der organisatorischen Struktur der Schule.
  • Der Lehrerrat hat in den Punkten, in denen der Schulleiter Dienstvorgesetzter ist, die Aufgaben des Personalrats gemäß LPVG übernommen.
  • Ressourcenbewirtschaftung (u.a. Kapitalisierung)
  • Es wurde eine volle Kapitalisierung der nicht besetzten Stellen und der halben Bonusstelle in allen Jahren des Modellvorhabens vorgenommen. Die Mittel wurden für folgende Zwecke verwendet: Rekrutierung externer Dienstleistungen, Fortbildungsmaßnahmen, Honorarverträge für Unterstützungsleitungen, z. B. im Rahmen von schulischen Förderangeboten
  • Unterrichtsorganisation
  • Mitwirkung und Partizipation
    Es hat im Laufe des Modellvorhabens keine signifikanten Änderungen in der Mitwirkung und Partizipation gegeben. Die organisatorische Zusammensetzung und die Rechte/Pflichten der Mitwirkungsgremien entsprechen den gesetzlichen Vorgaben. Lediglich die Anzahl der Eltern in den Fachkonferenzen wurde auf 4 erhöht, allerdings weiterhin ohne Stimmrecht.
  • Kooperation mit anderen Schulen
    Es besteht eine langjährige erfolgreiche Zusammenarbeit mit dem Hansa-Gymnasium im Rahmen der Kursorganisation in den Sekundarstufen I und II
  • Kooperation mit außerschulischen Partnern (Kitas, KURS etc.)
    Es besteht eine Partnerschaft mit dem USA-Austauschprogramm COST und mit dem Programm KURS. Ein Kooperationsvertrag im Rahmen von KURS existiert mit dem DLR in Porz, ein weiterer Koopvertrag mit der Firma REWE ist in Vorbereitung
  • Qualitätssicherung der Rechenschaftslegung (Evaluationsberatung, SEIS)
    Folgende Evaluationen haben im Laufe des Modellvorhabens an der KLS stattgefunden: Evaluation des Faches Lernen lernen durch die SV; Evaluation des NW-Unterrichts in der Sekundarstufe I durch die Universität Duisburg; Evaluationen der „Forumtage“; statistische Zwischenerhebung über die Folgen der Aufhebung der Nichtversetzung zwischen den Jahrgangsstufen 7/8 und 9/10; Teilnahme an SEIS im Schulahr 2006/2007; konkrete Schlussfolgerungen aus dem SEIS-Bericht mit Einleitung von Maßnahmen ab Januar 2008
  • schulspezifische Schwerpunkte
    Schwerpunkte lagen und liegen weiterhin auf der Förderung des selbst gesteuerten und selbst organisierten Lernens, auf der Teamentwicklung im Klassenteam (Stichwort: Unterrichtspartituren), auf der Förderung überfachlicher Kompetenzen (Fach „Lernen lernen“) und auf der Erprobung neuer Zeitmodelle (verstärkter Einsatz des Doppelstundenprinzips). Die Möglichkeiten der Aufhebung der Nichtversetzung nach Ende des Modellvorhabens und Auslaufen der VOSS werden geprüft und umgesetzt.


1.2    Nutzung des regionalen Beratungs- und Unterstützungssystem

  • Beratungs- und Unterstützungsleistungen für die Schulen des Modellvorhabens
    • Umfang, Nutzung und Einschätzung der regionalen Fortbildungsangebote
    • Nutzung und Einschätzung der Schulleiterqualifizierung
    • Umfang, Nutzung und Einschätzung der Steuergruppenqualifizierung
    • Die Fortbildungsangebote wurden von der Steuergruppe in vollem Umfang genutzt. Mit Ausnahme der ersten Sitzung wird das Angebot als sinnvoll und hilfreich empfunden (s. auch die anderen Abfragen, die zu diesem Punkt im Laufe des Modellvorhabens durchgeführt wurden).
    • Umfang, Nutzung und Einschätzung der Evaluationsfortbildung
    • Die Ausbildung zweier Kollegen als Evaluationsberater hat sich als sinnvoll und hilfreich erwiesen. Sie wurden bei internen Evaluationen und bei der Auswertung des SEIS-Berichtes tätig
    • sonstige Unterstützungsleistungen der Region (RSG) (auch finanzielle)
    • Die erforderliche finanzielle Unterstützung wurde in vollem Umfang und zielführend geleistet.


1.3    Ausweitung und Verstetigung in der Schule

  • Ausweitung auf neue Themenstellungen
    Es fand ein flächendeckender Transfer auf die Unterrichtsorganisation der Natur- und Gesellschaftswissenschaften statt, da ab dem Schuljahr 2005/2006 in beiden Aufgabengebieten in der Sekundarstufe I der Unterricht in Epochen organisiert wird. Die in den Stufen 5 und 6 etablierten Unterrichtspartituren werden in den Jgstn. 7 und 8 entwickelt
  • Vereinbarte Kooperation mit anderen Schulen
    s. o.: Kooperation mit dem Hansa-Gymnasium (Punkt 2.1.)
  • Vereinbarte Kooperation mit außerschulischen Partnern
    s. o.: Kooperation über KURS mit dem DLR, Vorbereitung der Kooperation mit REWE (Punkt 2.1.)
  • Aufnahme erfolgreicher Aktivitäten in den „Alltag“ der Schule
    Das Klingelzeichen zwischen den Stunden wurde abgeschafft; es fand eine Verstetigung der Binnendifferenzierung beim Rechtschreibtraining der Jahrgangsstufen 5 und 6 statt; Basis für diese Binnendifferenzierung ist ein standardmäßig zu Beginn der Jgst. 5 durchgeführter Rechtschreibdiagnosetest; in diesem Bereich und im Bereich des Faches Naturwissenschaften in den Jgst.n 5 und 6 wird die Lerngruppengröße halbiert. Der „Lernbegleiter“ (Dokumentation erbrachter Schülerleistungen) wurde flächendeckend eingeführt; flächendeckend wurden differenzierte Rückmeldebögen zu verschiedenen Formen erbrachter Leistungen eingeführt, der als Grundlage für Lernberatungsgespräche dient; es liegen verschiedene Formen der schriftlichen Selbsteinschätzung vor.
    Organisatorisch wurden Veränderungen an der Stundenplangestaltung für die Naturwissenschaften zur Stärkung des Experimentalunterrichts vorgenommen (Blockungen von 3 und 2 Stunden), das Doppelstundenprinzip wurde erheblich ausgeweitet, das Fach „Naturwissenschaften“ in den Jgstn. 5 und 6 wurde eingeführt und konzeptionell ausgebaut. Dort werden die Klassen geteilt und in halber Lerngruppenstärke unterrichtet.
    Im Bereich der Differenzierung 9/10 (8/9) sind die Entwicklungen der beiden Angebote RTR (Robotik, Technik, Raumfahrt) und ETE (Europe Talking English, d.h. es werden politische Inhalte bilingual unterrichtet) erfolgreich institutionalisiert.
    Die Möglichkeiten zum Erwerb von Fremdsprachenzertifikaten sind durch Virbereitung im Untericht und über das Angebot von AGn institutionalisiert.
  • Veränderungen im Schulprogramm
    Das derzeit gültige Schulprogramm ist im Jahr 2005 unter dem Gesichtspunkt der beschriebenen organisatorischen und inhaltlichen Schulentwicklungsmaßnahmen aktualisiert worden.



2.    Organisation der Arbeit der schulischen Steuerung

  • Schulprogramm
    Das Schulprogramm wurde am 29.09.2005 verabschiedet. Seitdem wird die visualisierte Form überarbeitet und an den aktuellen Zustand angepasst.
  • Gremienarbeit und Kommunikation innerhalb der Schule
  • Kooperation mit anderen Steuergruppen
    Die Kooperation mit den anderen Steuergruppen fand im Rahmen der Steuergruppenqualifizierung statt.
  • Kooperation mit der regionalen Steuergruppe
    Die Kooperation mit der Regionalen Steuergruppe fand im Rahmen der Fortbildungsmaßnahmen, der Vollversammlungen Selbstständige Schule und des Abrufens von Mitteln statt.
  • Verwendung der projektbezogenen Ressourcen
    Die Gelder der Kapitalisierung der nicht besetzten Stellen sowie der halben Bonusstelle fand gemäß des in 2.1. beschriebenen Rahmens statt.
  • Öffentlichkeitsarbeit
    Das Schulprogramm ist auf der Homepage der Schule veröffentlicht; es wurden zum Thema Selbstständige Schule Elternvollversammlungen abgehalten; es gab separate Informationsveranstaltungen zu einzelne Stufen und deren Entwicklung; es gab Informationsmaterial für Eltern und SchülerInnen
  • Qualitätssicherung und Rechenschaftslegung
    Qualitätssicherung und Rechenschaftslegung wurde durch die Fortbildung der Steuergruppe, durch Berichte in den Mitwirkungsgremien und duch die Teilnahme an SEIS geleistet.



3.    Erfolgsfaktoren und Hemmnisse

  • für die schulische Entwicklungsarbeit insgesamt
  • Hemmnisse: Für die Entwicklungsarbeit werden zu kleine Zeitbudgets zur Verfügung gestellt, wenn dies überhaupt der Fall ist; es findet eine verstärkte Übernahme außerunterrichtlicher Aufgaben durch die Lehrerschaft statt (Bspl: Übermittagbetreuung, Computer- und Netzwerkbetreuung); die zentralen Entscheidungen (z. B. Arbeitszeitmodelle) werden an die Schulen delegiert, obwohl keine Ressourcen zur Verfügung stehen; durch den Wegfall der VOSS und die Unklarheiten über die Tragweite der Experimentierklausel ist keine Planungssicherheit mehr gegeben; es gibt eine unzumutbare Belastung in den 2. Halbjahren durch die Parallelität von Lernstandserhebung, Zentralen Prüfungen 10 und Zentralabitur; gleichzeitig müssen die Herausforderungen durch G 8 bewältigt werden;
    Erfolgsfaktoren: Es gab durch die Möglichkeiten der Kapitalisierung eine komfortable finanzielle Ausstattung, die aber nach Ende des Modellvorhabens wegfällt; die Möglichkeiten, vor den Auswahlgesprächen der nicht selbstständigen Schulen schulscharf einzustellen, hat sich positiv auf die Personalplanung ausgewirkt; es gab eine professionelle Vorbereitung der Schulentwicklungsvorhaben durch die Steuergruppe; die Möglichkeiten der Öffnungsklausel in der VOSS bot viele Freiräume;
  • für die Verbesserung der Schulqualität und insbesondere des Unterrichts
    Hemmnis: die gegebenen Klassenstärken
    Erfolgsfaktor: Möglichkeit der Finanzierung von Fortbildungen durch Kapitalisierung.
  • für die Teamentwicklung im Kollegium
    Hemmnis: die Einschränkung der Zeitbudgets für ganztägige Fortbildungen; die rigide Handhabung der Bestimmungen zu Unterrichtsausfall.
  • für die Arbeit der schulischen Steuergruppe
    Hemmnisse: Als schwierig erwies sich die Integration der wöchentlichen doppelstündigen Sitzungen der Steuergruppe in den Stundenplan.
  • für die Ausweitung und Verstetigung in der Schule
    Nach dem Ende des Modellvorhabens fehlt durch den Wegfall der VOSS die notwendige Planungssicherheit zur Weiterführung und damit Verstetigung der Schulentwicklungsentscheidungen; zudem spielen in der KLS die eingeschränkten räumlichen Möglichkeiten eine große Rolle.



4.    Nachhaltigkeit und Transfer

  • Was hat sich bewährt und sollte erhalten bleiben?
    Auf jeden Fall sollte die VOSS mit den Öffnungsklauseln oder ein adäquates Instrument erhalten bleiben; unverzichtbar ist für alle Schulen auch die Möglichkeit der Kapitalisierung und die Bereitstellung der halben Bonusstelle; die Erhaltung bzw. Verbesserung der Fortbildungsmöglichkeiten für einzelne Lehrerinnen und Lehrer und auch für komplette Kollegien (personell und zeitlich) ist unabdingbar für eine zielführende Schulentwicklung.
  • Was hat sich nicht bewährt und sollte nicht fortgesetzt werden?
    Die Inkompatibilität zwischen den Entscheidungsstrukturen innerhalb des Modellvorhabens und den schulinternen Entscheidungsstrukturen muss berücksichtigt und bereinigt werden.
  • Welche Handlungsfelder werden zukünftig zusätzlich berücksichtigt?
    Schwerpunkte werden auf folgenden Gebieten liegen: Fortsetzung der Schulentwicklung im Hinblick auf die Schulzeitverkürzung (inhaltlich, organisatorisch, pädagogisch); Weiterentwicklung und Evaluation des Konzepts der Ergänzungsstunden und des Förderkonzepts; Stärkung einer wertschätzenden Kommunikationskultur in der KLS.
  • Wie wird die schulische Steuerung bzw. das schulische Management
    (SchulleiterIn – Schulleitung – Steuergruppe – Lehrerrat) zukünftig organisiert?
    Es wird eine Fortsetzung der vorhandenen Strukturen geben, da grundlegende Veränderungen auf der Basis der herrschenden Gesetzeslage nicht möglich sind.



5.    Empfehlungen

      Folgende Empfehlungen sollte die Region (RSG), bzw. die Projektleitung in ihrem Abschlussbericht berücksichtigen
      s. dazu Punkt 4: Aufhebung der Hemmnisse und Stärkung der Erfolgsfaktoren.


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