KLS goes green - Ein richtig schöner Schultag!

KLS goes green - Ein richtig schöner Schultag!

Wie lange ist es her, dass ich in einem Klassenzimmer gesessen und am Unterricht teilgenommen habe? Zusammen mit etwa 13 Schülerinnen und Schülern finde ich mich in Raum B203 wieder. Es war ja Elternmitarbeit in Sachen Umweltschutz gefragt, da hab ich mich mal angemeldet. So völlig ungewohnt fühlt sich das gar nicht an im Klassenzimmer, obwohl meine Schulzeit jetzt doch schon über 30 Jahre zurückliegt. Nur mit den Stühlen konnte man früher definitiv besser kippeln, fällt mir auf. Und während ich noch darüber nachdenke, warum es an der Tafel ständig blinkt, beginnt Herr Erkelenz den heutigen „Unterricht“.

Es dreht sich hier nicht um Latein oder Geschichte, sondern um „Schulbegrünung“. Im Rahmen des Tages „KLS goes green“ sitzen wir heute zusammen, um zu überlegen, wie wir die Schule, genau genommen die Außenflächen, begrünen, bepflanzen, verschönern und umweltverbessernd gestalten könnten. Die Ideen, die die Schüler und Schülerinnen aus den Jahrgängen 5-Q2 an diesem Morgen zusammentragen, sind so bunt, kreativ und vielfältig wie ein Strauß Sommerblumen. Sie reichen von Insektenhotel bis Dachbegrünung, von Obstanbau bis Rankbepflanzung, von Blumenbeet bis wilder Wiese.
Was davon letztlich umsetzbar, zulässig und finanzierbar ist, werden wir zwar auch noch herausfinden müssen, aber jetzt wollen wir erstmal das Gelände erkunden.

Bestückt mit einem kleinen Lageplan des Eingangsbereichs, schwärmen wir alle für etwa eine halbe Stunde aus, um in allen Ecken und an allen Enden nachzusehen, wo man was wie verschönern könnte. Erstaunlich, wie viel alleine hier vor der Schule gemacht werden könnte. Ich sehe quasi schon den wilden Wein den Zaun entlang des Lehrerparkplatzes wuchern, aus den alten Röhren bei den Mülltonnen Sonnenblumen sprießen und rechts des Weges zum Haupteingang eine Blumenwiese blühen, gespickt mit kleinen Obstbäumchen. Schmetterlinge flattern zwischen Hummeln hindurch und eine sanfte Brise streicht über die farbenfrohen Stockrosen am Schultor....Leider reißt mich in diesem Moment der übertrieben hochtourig fahrende Porschefahrer aus meinen Träumen. Also, erstmal zurück in den Klassenraum und Ergebnisse sammeln.

Und dann geht es los!
Bestückt mit Schüppen, Spaten, Rechen und Heckenscheren widmen wir uns jetzt den drei exemplarischen Projekten des heutigen, sogar sonnigen Vormittags:
Eine Gruppe buddelt an der Palmstraße ein paar längst überwucherte alte Steinkübel aus, um sie vor dem Eingangsbereich vorne rechts aufzustellen und neu zu bepflanzen.
Eine zweite Gruppe rodet etwa 2 Meter des undefinierbaren Wirrwarrs entlang des Zauns zum Parkplatz, schüttet neue Erde auf und bepflanzt diesen Streifen ebenfalls.
Die dritte Gruppe nimmt sich zusammen mit Frau Weidemann die Röhren der alten „Raucherecke“ vor. Mitgebrachte Tonziegel werden zerdeppert, um die untere Schicht zu bilden, Erde wird darüber gehäuft und so wird der ehemalige Aschenbecher schließlich gegen Mittag zu einer Art Hochbeet. Fertig!


Ein kleiner Anfang ist gemacht:
Drei erste - eher symbolische -Stellen, die zum Weitermachen anregen sollen. Mir tun allmählich die Knochen weh und ich gehe erstmal die Hände waschen. Und ich schnappe Gesprächsfetzen auf, wonach „das ja sogar noch mehr Spaß macht als Pause, wo man eh nur rumsitzt.“
Ja, auch mir hat der heutige „Schultag“ richtigen Spaß gemacht. Und nein, das Gesamtprojekt werden wir nicht im Handumdrehen wuppen. Aber mit Blick auf die Ideen, die Begeisterungsfähigkeit und den Einsatz der Schüler und Schülerinnen von heute kann daraus eine ganze Menge entstehen. Machen wir weiter, werden wir mehr und stehen wir dann vielleicht eines Tages mit Muskelkater aber stolz und zufrieden in einer kleinen grün-bunten Schuloase.


(Alexandra Rüter)

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