Berlin mal anders – der Leistungskurs Deutsch erkundete die Hauptstadt auf neuen Wegen

Berlin mal anders – der Leistungskurs Deutsch erkundete die Hauptstadt auf neuen Wegen

Der Wecker klingelt. Es ist 6:30 Uhr. Der Tag beginnt für uns heute eine gute halbe Stunde früher, es geht nach Berlin - doch vor uns liegt statt 5 Tagen Unterricht eine Reise nach Berlin. Vielleicht dadurch auch vorzeitig beginnende Herbstferien?

Nein. „Studienfahrt!“, versucht unser Lehrer uns mehrmals pflichtbewusst zu verdeutlichen.

Wir machen uns an diesem Montagmorgen also auf den Weg nach Berlin Friedrichshain. Die Erwartungsfreude verdrängt schließlich bei allen die letzte Müdigkeit.

Nach einer nicht enden wollenden Busfahrt werden unsere Erwartungen an die Unterkunft erfolgreich untertroffen - wir müssen darüber lachen, wollen aber insgeheim doch eher verzweifelt wieder nach Hause. Abends ist dann in Berlin alles ungewohnt, neu. Die ersten Schritte in näherer Umgebung sind unsicher und fremd. Es ist dunkel. Auf dem Treppenabsatz sitzt ein Junkie.

Dennoch, die darauffolgenden Tage beweisen uns mehr als nur das Gegenteil dieses ersten Eindrucks.

Am nächsten Morgen stehen zunächst die ersten Hauptattraktionen der Hauptstadt auf dem Programm. Mit Hilfe einer App unseres Reiseveranstalters sind wir zwar zunächst imstande bis zu zehn Mal auf dem Bahnhofsvorplatz des Hauptbahnhofes im Kreis zu laufen, finden schließlich dann aber doch das Brandenburger Tor sowie den Bundestag und den Potsdamer Platz. Erschreckend realisiere ich, wie bei mir heimlich einschleichend Interesse entsteht. Mit deutlich zwei Millionen Einwohnern mehr als Köln herrscht in Berlin sofort eine merklich andere Atmosphäre. Es kommt mir riesig vor. Zurückblickend bin ich in einer Woche selten so viel gelaufen und gleichzeitig auch mit der Bahn gefahren.

Wir lernen unglaublich viele Aspekte und die verschiedensten Seiten von Berlin kennen. Denn es ist erdrückend, ja… und doch findet man unumgänglich unzählige wundervolle kleine, faszinierende große und natürlich-idyllische Orte. Die Hackeschen Höfe haben es mir angetan. Genauso wie die imposanten Bauwerke der Museumsinsel und auch die in der Sonne von allen gut besuchten Grünflächen an der Spree.

Gefunden haben wir die Hackeschen Höfe zunächst aus reinem Zufall in unserer zur Verfügung stehenden freien Zeit. Ein fast schon besonderer Moment, als wir eher spontan von der großen lärmenden Straße neben einer Baustelle in den Hinterhofeingang abbogen und uns plötzlich umgeben von zugewachsenen Balkonen, zierlichen Läden und verwinkelten Gassen befanden.

Schließlich sind wir erneut, diesmal zusammen als Kurs, vor Ort gewesen. Eine Gruppe einer Oberschule aus Berlin Mitte mit dem Wahlfach „Darstellendes Spiel und Theater“ zeigte uns IHR Berlin. Mit den, unterschiedlicher nicht sein könnenden, Darstellungsweisen lernen wir auch eine besondere, andere Mentalität als die unsere kennen. Wir, die bereits voller Panik auf diesen Programmpunkt unserer Kursfahrt blickten, mit der Angst in mögliche Darstellungsszenen miteinbezogen zu werden, standen mit beeindruckendem Staunen einer Gruppe von Schülerinnen und Schülern gegenüber, welche in der gut besuchten Bahn offen und ohne das kleinste Zögern Passanten interviewte und sich schließlich mit vom Herzen kommender Überzeugung mit einem sich kleinlich beschwerenden Mann anlegten.

Eine eigene Komponente brachten schließlich unsere Vorträge in Kleingruppen zum literarischen Berlin in unser Gesamtbild ein. Die in der Schule vorbereiteten Referate hielten wir unkonventionell verteilt mitten in der Stadt und orientierten uns dabei an ausgewählten Essays, Gedichten und Romanen. Inmitten des Trubels erlebten wir plötzlich die in den literarischen Beispielen beschriebenen Eindrücke der Großstadt hautnah mit all unseren Sinneseindrücken - Hörten den Lärm vorbeifahrender Autos, wurden unterbrochen von hektisch vorbeieilenden Passanten.

Sehenswürdigkeiten. Eigenes Erkunden. Die Sicht von Berliner Schülern. Literarisches Berlin.

Unterschiedlicher können all diese Sichtweisen auf Berlin nicht sein und doch zeigte uns die Streetart Tour an unserem letzten Tag eine weitere. Zusammen mit einem Guide begaben wir uns auf die Spuren des künstlerischen Berlins und entdeckten dadurch erneut eine zuvor noch nicht beachtete Seite der Stadt.

Der Wecker klingelt. Es ist 7 Uhr. Freitagmorgen. Eine halbe Stunde später ist der Koffer gepackt. Es geht zurück nach Köln. Nach einer viel zu langen Busfahrt kommen wir kurz vor Mitternacht zuhause an.

Das waren 5 Tage Berlin. In diesen haben wir viel gesehen und das aus den unterschiedlichsten Perspektiven, Neues gelernt und doch… - um Berlin wirklich vollständig kennenzulernen, werde ich mit Sicherheit noch einige Male eine Reise dorthin wagen.

Inga für den LK Deutsch (Schmitz)

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