„Da hat ihr der Frühling entgegengelacht!“

Als die Tulpenzwiebel sich aus der dunklen Erde hinauswagt und mit einem „langen Hals“ umherblickt, „hat ihr der Frühling entgegengelacht“, heißt es in Josef Guggenmos‘ Gedicht „Die Tulpe“. Was die Tulpe dort sieht, haben Schüler:innen der Klasse 6c aufgeschrieben.

Ich strecke und recke mich. Der lange Winterschlaf ist endlich vorüber! Wie heißt denn die Zeit, die nun anbricht? Ist es der Frühling? So nennen sie es jedenfalls.

Eine frische Brise kommt mir entgegen. Die Sonne steht strahlend am Himmel und erhellt die Dunkelheit.

Eine kleine, summende Kreatur landet auf meinem Kopf: ,,Frühling, Frühling, der Frühling ist da!“, der Frühling… er scheint etwas Besonderes zu sein.

Das Gezwitscher der Vögel rauscht in meinen Ohren: ,,Der Frühling, der Frühling, er ist endlich da!“, der Frühling… er scheint etwas Tolles zu sein!

Regenwürmer hüpfen aus dem Boden, Maulwürfe finden ihr Augenlicht zurück, Mäuse singen Karaoke, die Sonne tanzt mit dem Mond, die Sterne schwingen sich über den Himmel.
,,Der Frühling, der Frühling, der Frühling ist da!“

Das Feld riecht nach Glück,
und die Menschen sind zurück.
Sie gießen und streuen,
sodass wir sprießen und uns freuen.
Sie legen einen Teppich aus,
bauen ein Mahl darauf auf,
und verkünden in lautem Gelächter und Gefeier:
,,Der Frühling, der Frühling, er bricht herein!“
Der Frühling… er scheint das Allerbeste zu sein!

Matej

 

Joseph Guggenmos: Die Tulpe

Als ich aus der kalten, tiefbraunen Erde trat, wurde ich geblendet und ich spürte, wie mich die warmen Sonnenstrahlen schnell aufwärmten. Sie kitzelten mich fast ein bisschen. Es fühlte sich gut an, nicht mehr in der Erde zu sein. Als ich mich umsah, spürte ich einen Freudenschauer der mich einmal ganz durchlief. Ein Hase hoppelte an mir vorbei, die Bäume leuchteten in strahlend grün und überall flogen große und kleine Insekten in den verschiedensten Farben und Arten vorbei. Der Himmel war blau und ich spürte, wie ich langsam anfing in meiner vollen Kraft zu strahlen und meine Blätter sich ausbreiteten. Hier hatten sie Platz und wurden nicht von schwerer, dunkler Erde in meinem Inneren eingedrängt. Das Gefühl draußen in den strahlenden Sonnenstrahlen, die zaghaft durch meine Blätter schienen, zu blühen, war unbeschreiblich. Ich war jetzt fast vollständig aufgetaut und bereit in meiner schönsten Schönheit zu strahlen. Die Wurzeln die in der jetzt, von der Sonne angenehm feuchten Erde steckten; bekamen die Feuchtigkeit, die ich brauchte. Meine Wuzeln hatten sich ausgestreckt, damit sie meinen Körper halten konnten, da er so viel Feuchtigkeit in sich trug, dass meine prall gefüllten Blätter beinahe zu schwer waren. Doch ich spürte bald, wie meine zuvor schwachen Wurzeln, mit Energie gefüllt waren. Als ich mich zu meiner vollen Größe aufgerichtet war, konnte die Energie gerade durch meinen langen, glänzenden Stängel schießen. Und fühlte ich mich nach langer Zeit wieder vollständig lebendig.

Jonna

 

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