Erlebnisreicher Schüleraustausch nach Angers 2026
Im Schuljahr 2025/26 ist ein weiterer Frankreichaustausch an unserer Schule gestartet: mit dem Collège Jeanne d’Arc in Verrières-en-Anjou in der Nähe von Angers. Im Oktober war bereits eine Gruppe von acht Französinnen und Franzosen zu Besuch bei uns an der KLS. Nun fuhren sieben Schülerinnen und ein Schüler zu einem Gegenbesuch bei ihren französischen Corres. Ab dem kommenden Schuljahr ist geplant das jedes Jahr ca. 15 interessierte Neuntklässler:innen an diesem Austausch teilnehmen können.
Nach dieser Austauschwoche können wir auf jeden Fall sagen, dass der Auftakt ein voller Erfolg war. Die Weichen für den nächsten Besuch der französischen Schüler:innen im kommenden Oktober sind bereits gestellt.
Hier ein paar Eindrücke der deutschen Schülergruppe nach ihrer Woche in Angers:
Lundi, 1er juin – « Et puis, le train a fait demi-tour. »
Treffen um 7:15 Uhr am Kölner Hauptbahnhof. Das erste Hindernis ließ nicht lange auf sich warten: Das Gleis hatte sich geändert. Aber kein Problem für uns!
Abfahrt um 7:35 Uhr – pünktlich. Doch auf dem Weg nach Aachen kam die unerwartete Durchsage: Wir fahren zurück nach Köln. Oh nein! Insgesamt bedeutete das eine Verzögerung von etwa 1,5 Stunden. Ansonsten verlief die Fahrt relativ gut, auch wenn es einer Schülerin leider sehr schlecht ging. Ankunft in Paris Gare du Nord: Unser erstes Ziel war es, einen neuen TGV am Gare Montparnasse zu erreichen, da wir unseren ursprünglichen Anschlusszug wegen der Verspätung verpasst hatten. Das bedeutete allerdings, mit schwerem Gepäck etwa eine halbe Stunde durch die Metrogänge von Paris zu laufen. Am Gare Montparnasse angekommen, mussten Frau Linden und Frau Walser zunächst klären, welchen Zug wir nehmen konnten. Doch dann lief alles wie am Schnürchen: Auch ohne reservierte Sitzplätze durften wir den frühesten Zug nehmen. Die Aufregung stieg, denn nur noch 1,5 Stunden trennten uns von unserem Ziel. In Angers angekommen, wurden wir herzlich von einigen Müttern unserer Corres begrüßt und zur Schule gebracht. Das Gefühl, dort anzukommen, war irgendwie seltsam, aber auch lustig: Alle schauten uns an, weil wir neu waren und niemand so recht wusste, wer wir waren. Unsere Austauschpartnerinnen und Austauschpartner empfingen uns sehr herzlich, und den Abend verbrachten wir in unseren Gastfamilien.
Insgesamt war der erste Tag bereits ein Abenteuer für sich.
Mardi, 2 juin – « Une journée très variée »
Am Dienstagmorgen verbrachten wir zunächst drei Stunden mit unseren Corres in der Schule. Manchmal konnten wir mitarbeiten, meistens verstanden wir jedoch nur „Bahnhof“. Das französische Schulsystem unterscheidet sich deutlich vom deutschen und war zunächst etwas gewöhnungsbedürftig. Zum Beispiel wechseln nicht die Lehrkräfte die Räume, sondern die Schülerinnen und Schüler. Außerdem unterrichten die Lehrkräfte jeweils nur ein Fach. Der größte Unterschied ist jedoch die Länge des Schultages: Viele französische Schülerinnen und Schüler haben Unterricht bis 16 oder sogar 17 Uhr. Zum Glück mussten wir das nicht selbst erleben, denn nach den ersten drei Unterrichtsstunden fuhren wir zu einer Ausstellung über Tolkien, den Autor von „Der Herr der Ringe“ und „Der Hobbit“. Dort konnten wir beeindruckende Wandteppiche mit Szenen aus den Büchern bewundern. Unsere Guide erklärte uns die aufwendige Herstellung solcher Kunstwerke. Anschließend durften wir selbst kreativ werden und mit kleinen Webrahmen eigene Werke gestalten. Danach machten wir uns auf den Rückweg zur Schule und ließen den Abend in unseren Gastfamilien ausklingen.
Mercredi, 3 juin – Excursion à la patinoire ou « Un trou dans le genou »
Nach zwei Stunden Unterricht mit unseren Austauschpartnern nahmen wir an einem Workshop teil, in dem wir mit Farben Entwürfe für einen eigenen, fiktiven Wandteppich gestalteten. Dafür war viel Kreativität gefragt. Anschließend trafen wir uns als Gruppe und fuhren mit dem Bus in die Innenstadt von Angers. Dort holten wir uns bei einer französischen Fast-Food-Kette ein leckeres Mittagessen mit Reis und verschiedenen Soßen, zum Beispiel Hühnchen-Curry oder Crème fraîche. Danach suchten wir uns einen schönen Platz an einem Brunnen im Park, um gemeinsam zu essen. Nach dem Mittagessen machten wir uns auf den Weg zur Eishalle. Angers besitzt eine bekannte Eishockeymannschaft, weshalb die Halle das ganze Jahr über geöffnet ist – sogar im Sommer. Nach einigen vorsichtigen Runden auf dem Eis kam es leider zu einem Unfall: Ein Junge verlor das Gleichgewicht und verletzte mit der Kufe seines Schlittschuhs das Knie eines anderen Jungen. Zum Glück konnte die Mutter eines französischen Austauschschülers, die Ärztin ist, die Wunde schnell und professionell versorgen. Nach dem Schlittschuhlaufen trennte sich die Gruppe, um den Abend mit verschiedenen Aktivitäten zu verbringen.
Jeudi, 4 juin – Excursion à Angers ou « Les Allemands mangent tout le temps »
Am Donnerstag fuhren wir zunächst mit dem Bus in die Innenstadt von Angers. Die Stadt macht es ihren Besucherinnen und Besuchern leicht: Man kann einfach einer blauen Linie auf dem Boden folgen und so die wichtigsten Sehenswürdigkeiten entdecken. Eine davon ist das Château d’Angers. Dort durften wir einen beeindruckenden Wandteppich bestaunen. Wir erfuhren, dass dieser ursprünglich 140 Meter lang und sechs Meter hoch war. Im Schloss lernten wir außerdem andere deutsche Austauschschülerinnen und Austauschschüler aus Itzehoe kennen. Anschließend erkundeten wir die Anlage genauer und genossen von einem der Türme einen wunderschönen Ausblick über die Stadt. Danach hatten wir Zeit, Angers auf eigene Faust zu entdecken und die vielfältige Street Art zu bewundern. Nach diesem erlebnisreichen Tag fielen wir müde, aber glücklich ins Bett.
Vendredi, 5 juin – « Cette journée a été un très bel adieu. »
Am letzten Tag verbrachten wir zunächst noch einige Stunden in der Schule. Es war spannend, die Unterschiede zum deutschen Schulalltag zu erleben. Danach stellten wir unser Kunstprojekt fertig und präsentierten unsere Ergebnisse. Es war sehr interessant zu sehen, welche Ideen die anderen entwickelt hatten. Zum Abschluss gab es ein „Goûter“, einen typisch französischen Nachmittagsimbiss mit verschiedenen Leckereien, die wir zuvor gemeinsam eingekauft hatten. Am Abend gingen wir mit unseren Corres noch einmal gemeinsam Döner essen. Es war ein wunderschöner letzter Tag und ein gelungener Abschied.
Nun heißt es „Au revoir“ zu sagen – in der Hoffnung, dass wir uns nach diesem gelungenen Austausch bald wiedersehen, vielleicht in Paris, Köln oder Angers.
À bientôt !
Und herzlichen Dank an Frau Walser und Frau Linden, die diesen Austausch für unsere Schüler:innen planen, organisieren und realisieren! ;o)