O Heiland, reiß die Himmel auf

O Heiland, reiß die Himmel auf

„O Heiland, reiß die Himmel auf“

 

Ein Riss geht durch die Gesellschaft – ein Riss geht durch die Welt? Fällt uns gerade vor Weihnachten nicht umso mehr auf, wie zerrissen unser eigenes Leben und unsere Welt im Gesamten ist? Fällt im Blick auf das Fest der Liebe nicht umso mehr auf, wie sehr wir den nahen Kontakt zu unseren Lieben vermissen, wie sehr Verluste schmerzen, wie sehr wir jede „heile“ Beziehung vermissen? Auch auf diesem Bild sehen wir ein Riss:

„O Heiland, reiß die Himmel auf!“ -  So nennt die Künstlerin Beate Heinen ihr Weihnachtsbild, das ihr hier in den Händen haltet. „O Heiland, reiß die Himmel auf!“ - So beginnt auch ein bekanntes Adventslied von Friedrich von Spee, der es im 30-jährigen Krieg, als die Pest ganz schlimm wütete, gedichtet hat. Und darin die dringenden Fragen und Bitten:

 

„Wo bleibst du, Trost der ganzen Welt, darauf sie all ihr Hoffnung stellt?

O komm, ach komm vom höchsten Saal, komm, tröst uns hier im Jammertal.

 

O klare Sonn, du schöner Stern, dich wollten wir anschauen gern;

o Sonn, geh auf, ohn deinen Schein in Finsternis wir alle sein.“

 

(Zum Hören des Liedes und Lesen des ganzen Textes folgt diesem Link:

https://www.evangeliums.net/lieder/lied_o_heiland_reiss_die_himmel_auf.html

Stand: 14.12.2021)

 

Aber wie können wir uns das vorstellen? Wie kann der Himmel aufreißen? Die Wolkendecke kann aufreißen, die Sonne kann sich einen Weg bahnen, ein Sonnenuntergang als Himmelsspektakel, aber ist das gemeint? Wohl nicht! Vielmehr scheint gemeint zu sein, etwas mehr vom Himmel auf Erden zu spüren. Diesen Wunsch können wir gerade in den letzten Monaten und Jahren nachvollziehen: Wie viel wurde über den Haufen geworfen, wie viele Dinge, die wir nicht erleben durften oder nur in ganz anderer Form als erhofft und erwartet? Viele Fragen und viel Ungewissheit, die uns, nicht nur wegen Corona, auch in unserem privaten und gesellschaftlichen Leben, in eine ungewisse Zukunft blicken lassen. Weihnachten 2021 – ein Krisenfest. Kann es uns und unsere Welt aber auch krisenFest machen?

Da ist so ein Bruch, ein Hoffnungsstrahl, in dem Bild von Beate Heinen, der in unsere Alltagswelt mit allen Ängsten und Nöten einbricht und den Alltag unterbricht, ein Strahl, der uns Licht in der Dunkelheit schenkt. Auch wenn dieser kleine Riss nur sehr schmal ist, lässt er uns etwas von der heilen Welt erahnen. Auch wenn das Gewühl der Menschen, die sich gesichtslos von links nach rechts bewegen, ziellos, wie von einer unsichtbaren Kraft angetrieben, viel breiter erscheint.

So stellt die Künstlerin Beate Heinen die Wirklichkeit dar, in die Jesus hineingeboren wurde und in der wir immer noch leben. Und nun reißt der Himmel auf. Nur einen kleinen Spalt. Es bleibt unsere Entscheidung, wieviel Platz wir für die drei Personen im Licht lassen, ob wir den Riss in gleißendem Gold wahrnehmen. Unsere Entscheidung, wieviel offenen Himmel wir zulassen, wieviel von dem dunklen Abgrund von Corona dadurch seinen Schrecken verlieren kann und wieviel Glück wir zulassen.

Die Band „Silbermond“ hat sich genau das auch gefragt. In dem Video zu ihrem Song „Himmel auf“ beantworten ganz unterschiedliche Menschen die Frage nach dem Glück in ihrem Leben mit der Erkenntnis, dass das Glück oft in den kleinen Dingen und in den kleinen Rissen im Leben zu finden ist.

 

„(…) Ist nicht irgendwo da draußen n‘ bisschen Glück für mich
Irgendwo ein Tunnelende, das Licht verspricht
Er will so viel doch eigentlich nicht
Nur ein kleines bisschen Glück

Wann reißt der Himmel auf?
Auch für mich, auch für mich (…)“

 

(Hier der Link zum Video: https://www.youtube.com/watch?v=BqYPhP71_uc

Stand: 14.12.2021)

 

Weihnachten und seine Botschaft können uns also ein kleines Stück Himmel auf Erden bringen – Glück, Freude, Frieden – einen Riss in der Wirklichkeit.

In diesem Sinne wünschen wir euch frohe und gesegnete Weihnachten und dass der Himmel für euch aufreißt!

 

 

 

 

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