Walls — Reißt die Mauern ein

„Wir sind umgeben von Mauern — Mauern, die wir als Selbstschutz bauen, Mauern, die uns dort halten, wo wir bleiben sollen. Der Drang nach Freiheit aber setzt in uns Energie frei, die Mauern auch immer wieder zum Einstürzen bringen kann. Drei Menschen an unterschiedlichen Orten der Welt kämpfen mit dieser Spannung aus Freiheit und Abgrenzung und zeigen, was diese bewirken kann.“

(http://webcompetent.org/?s=walls_Stand 26.04.2021)

Ausgehend von diesem preisgekrönten Kurzfilm aus dem Jahr 2017 haben sich die Schülerinnen und Schüler verschiedener Jahrgangsstufen im Rahmen des Philosophie- bzw. Religionsunterrichts mit Mauern beschäftigt. Zum einen mit physischen Mauern, aber auch mit den Mauern in unseren Köpfen. So wollten wir Möglichkeiten zur Artikulation eigener „Mauererlebnisse” – gerade während der langen Zeit des Lockdowns – bieten, aber auch über Auswege nachdenken und diese aufzeigen.

Den Schülerinnen und Schülern wurde die Klagemauer in Jerusalem als eine Mauer vorgestellt, die auch befreiend wirken kann, an der Menschen aller Religionen und Herkunft ihrer Angst, ihren Sorgen, Nöten und Klagen, aber auch ihren Hoffnungen und ihrem Vertrauen einen Platz geben können. Eine Klage als Weg aus dem „Jammertal“. Unsere „Corona-Klagemauer“ im Eingangsbereich der Schule soll genau diese Funktion auch erfüllen. Nach und nach wurden die Lücken in den Steinen mit bunten Zetteln gefüllt, auf denen die Schülerinnen und Schüler, aber auch Lehrkräfte ihren Gedanken und Gefühlen freien Lauf lassen konnten. Sogar bunt angemalte Hoffnungssteine – frei nach dem Kinderbuch „Frederick“ als Erinnerungen an eine bessere Zeit – fanden einen Platz auf unserer Klagemauer. Vielleicht können die Ziegelsteine der Mauer in einer besseren Zeit ihren Platz im Schulgarten als Beet-Umrandung finden, sodass aus diesen Ängsten etwas Neues und Gutes wachsen kann und im wahrsten Sinne des Wortes Gras über diese Erfahrungen wachsen kann.

Die Schülerinnen und Schüler des Grundkurses Katholische Religion der EF haben sich davon ausgehend vertiefend mit den Klagepsalmen der Bibel beschäftigt und in einer Ton-Collage einen eigenen Zugang gefunden, diese Klagen und Mauern „hörbar“ zu machen.

L. Riplinger

 

 

Gott hilf mir!

Ich bin Gefangener meines Alltags umgeben von Bäumen aus Beton in einem ausgerotteten Dschungel.

Und ich bin gelähmt.

Ich kann kein Licht sehen.

Es ist da, wo ich esse, wo ich schlafe,

aber es ist nicht dort, wo ich aufwache.

Sie sagen, dass der Himmel die Grenze ist,

aber meine Grenzen sind irgendwo hier unten.

Aber wie kann ich sie überwinden?

                    But how can I conquer that?

Durch dich Gott werde ich Kraft schöpfen,

Denn nur du kannst sie mir schenken durch dein allmächtiges Wesen.

Meine Hoffnung stirbt dank deiner Barmherzigkeit noch nicht.

Mein Herr erhöre das Leid deines Sohnes!

Amen.

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